Die Tage der Raumkultur in der Lüneburger Heide
Anfang Juli fanden in der Lüneburger Heide die Tage der Raumkultur 2026 des BGR statt. Hier trafen sich Mitglieder und Freunde des BGR aus unterschiedlichen Schulen und Richtungen um gemeinsam besonders Orte in Lüneburg und der Umgebung zu erkunden, voneinander zu lernen und in geselligen Runden sich auszutauschen. Untergebracht waren wir in Amelinghausen in einer schön gelegenen Unterkunft eines alten Schultenbauernhofes, der heute auch für Pferdefreizeiten genutzt wird.
Am ersten Tag ging es nach Lüneburg mit der Aufgabe die Stadt und den Genius Loci am Lunabrunnen vor dem Rathaus zu erspüren. Da Lüneburg in den Kriegen des letzten Jahrhunderts nicht zerstört wurde, ist in der Stadt noch immer sehr viel alte Bausubstanz vorhanden und die Stadt hat noch eine schöne Altstadtatmosphäre mit einer noch eine gewachsene mittelalterlichen Ortsqualität. Nach einer anschließenden Austauschrunde blieb noch Zeit in Kleingruppen eigenständig die Stadt zu erkunden. Am Nachmittag war dann die offizielle Mitgliederversammlung des BGR, die in lockerer Atmosphäre sehr zügig durchgeführt wurde. Nach dem Abendbüfett, das wie die gesamt Verpflegung in der Unterkunft sehr lecker war, gab es danach noch eine Vorstellung und Würdigung von zwei Abschlussarbeiten einer Geomantieausbildung bevor man sich am Abend dann wieder in der Deele des Bauerhofes zu einer gemütlichen Austauschrunde bis in die späte Nacht getroffen hat.

Bild Wolfgang Strasser
Am zweiten Tag ging es zu Steinkreisen, Ganggräbern und Hügelgräbern in der nahen Umgebung. Zuerst zu der Nekropole Soderstorf, bei der auf sehr kleiner Fläche eine Vielzahl von Gräbern von der Jungsteinzeit bis zur Eisenzeit erhalten und freigelegt worden sind. Leider war das Wetter doch an diesem Tag etwas regnerisch, so dass die geomantischen Erkundungen nur mit Regenschirm und Regenkleidung möglich waren. Trotzdem spürten alle eine besondere Atmosphäre. Eindrucksvoll war auch das Ganggrab, bei dem alle Decksteine noch vorhanden sind und man die Grabkammer von der Seite kriechend begehen konnte. Wetterbedingt fand die Austauschrunde allerdings erst am Abend statt, stattdessen besuchte man anschließen noch die Oldendorfer Totenstatt. In einer schönen Heidelandschaft sind hier vor allem mehrere Ganggräber noch weitgehend erhalten geblieben. Auch hier konnte jeder individuell den Ort erkunden. Allerdings auch immer noch nur mit Regenschutz. Aber dies hielt nur wenige ab, in Ruhe den Ort wahrzunehmen und geomantisch auf sich einwirken zulassen. Anschließend waren viele allerdings froh dann mittags in eine trockene und warme Gaststätte einzukehren. Am Nachmittag nutzen einige dann die Gelegenheit, die nun freie Zeit für einen Besuch des lokalen archäologischen Museums, in dem die Siedlungsgeschichte und die Funde in den Ganggräbern ausgestellt sind. Nach der dann am Abend durchgeführten Abschlussrunde, bei der die am Tag gemachten Eindrücke und geomantischen Einordnungen gegenseitig mitgeteilt wurden, gab es erneut wieder eine gesellige Runde in der Deele der Unterkunft.
Am letzten Tag wurde wieder bei schönem Wetter dann noch vormittags gemeinsam die Schwindebachquelle in Schwindebeck, die zweitstärkste Quelle Niedersachsens, besucht. Ein kleiner Pfad führt zu der Quelle und jeder konnte die sprudelnde wirbelnde Energie des aufströmenden Wassers auf sich wirken lassen. Begleitet wurde diese Abschlussrunde mit einer kleinen musikalischen Unterstützung eines Teilnehmers. Danach war leider auch schon wieder die Rückfahrt angesagt. Aber die drei Tagen mit viel Austausch und vielen besonderen Orten hatten sich sehr gelohnt. Auch Dank der guten Organisation und der wetterbedingten Flexibilität im Programmablauf, waren die Raumkulturtage optimal gewesen.
Reiner Padligur

